Es kommt relativ häufig vor, dass Außenstehende die Schriftvergleichung und Graphologie gleichsetzen. Graphologie hat jedoch neben einer entwicklungsgeschichtlichen gemeinsamen Ausgangsbasis mit der forensischen Handschriftenuntersuchung heutzutage nur insofern eine Gemeinsamkeit, als beide Dispziplinen die Handschrift des Menschen in den Mittelpunkt stellen. Während aber die Graphologie versucht, einen Zusammenhang zwischen Schrift und Persönlichkeit herzustellen, beschäftigt sich die gerichtliche Handschriftenvergleichung mit schriftlichen Erzeugnissen aller Art zur Ermittlung ihrer Echtheit oder Unechtheit sowie zur Identifizierung des Schrifturhebers.
Der Graphologe deutet die Merkmale der Handschrift charakterologisch und erarbeitet ein Persönlichkeitsbild. Der Handschriftenexperte beschäftigt sich mit der Frage nach der Urheberschaft oder Entstehnung von Schriften.